Knjizevnost i poezija

Plavi

 von provincijalka , 24.04.2012 20:42

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Plavi


„Mama, wenn ich jetzt gehe, komme ich nie wieder.“
„Ach!“ Sie winkt ab „Dummes Zeug. Natürlich kommst du wieder, du willst doch Marta heiraten“
Dann scheint ihr etwas zu dämmern, und sie knufft mich in die Schultern und grinst.
„Du willst wegen Marta nicht fahren. Junge, mein Junge. Sie wartet bestimmt auf dich. Du kannst sie doch nächstes Jahr zu dir nach Deutschland holen, wenn du dich zurechtgefunden hast. Du weißt, wir haben kein Geld um dich zu verheiraten, und du hast kein Geld um ein Haus zu bauen.“
Ich weiß, dass sie es nur gut meint, aber ich will nicht weg.
„Wenn ich jetzt gehe, komme ich nie wieder“ wiederhole ich noch einmal.
Sie winkt wieder ab.

Plavi bringt mich zum Bus, der mich zum Zug nach Hamburg fährt. Wir stehen am Autoput an einer provisorischen Bushaltestelle, es ist wenig Verkehr.
„Also abgemacht. Nächstes Jahr im Sommer kommst du Marta heiraten und ich bin dein Trauzeuge.“
„Plavi, ich komme nicht wieder.“
„Red’ nicht so’n Scheiß, sonst zieh’ ich dir die Ohren lang, wie früher als wir klein waren!“ Er will den Hof seiner Eltern übernehmen. Er hat hier eine Zukunft, ich nicht.
Es gibt keine Arbeit hier und das bisschen Geld, welches mein Vater in der Zuckerfabrik verdient reicht vorne und hinten nicht.
Als der Bus kommt umarmen wir uns. Wir weinen nicht. Wir sind Männer.
Der Bus ist noch nicht richtig angefahren, da vermisse ich Plavi schon.
Plavi (der Blonde) heißt eigentlich Mato. Mato heißt aber jeder zweite in unserem Dorf und jeder hat einen Spitznamen, damit man sie auseinander halten kann. Er ist der einzige blonde Mato weit und breit, deshalb war der Spitzname Plavi unausweichlich. Keiner außer den Lehrern in der Schule hat ihn je anders genannt.
Wir sind Nachbarn, haben schon als Kleinkinder zusammen gespielt. Er ist ein Jahr älter.
Er war immer mutiger, stärker, lauter und forscher als ich. Er hat immer alles als erster ausprobiert und mir dann gezeigt, wie es geht. Auf Bäume klettern, Mädchen küssen, rauchen.


42 Jahre später gehe ich die Strasse entlang in der ich aufgewachsen bin. Ich sehe Plavi schon vom Weiten vor seinem Haus, welches nicht mehr das alte ist, auf der Bank sitzen. Das Haus in dem ich geboren wurde steht nicht mehr.
Obwohl sein Haar weiß ist, erkenne ich sofort dass er das ist. Er scheint zu dösen.
Als ich vor ihm stehe guckt er hoch.
„Plavi“ sage ich vorsichtig, „ich bin wieder da.“
Er beginnt zu begreifen und ein schelmisches Grinsen macht sich auf seinem Gesicht breit.
„Du kommst zu spät, Marta hat Ivo den Veterinär geheiratet.“

provincijalka
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Betreff Absender Datum
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Plavi provincijalka 24.04.2012
RE: Plavi ghost 28.04.2012
RE: Plavi Kamilica 01.05.2012
 

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